Tierärztl. Gemeinschaftspraxis
für Tierverhaltenstherapie

 

Tierärztinnen Dr. Corinna Dehn &
Stephanie Landgrebe-Kröger

 

Goethestraße 67
63067 Offenbach

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Fax:  0 69 / 80 90 75 09

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Was ist Verhaltenstherapie?


Die Tierverhaltenstherapie ist ein neues Gebiet in der Tiermedizin. Zu ihr gehören die Grundlagenfächer Ethologie (Verhaltenslehre), Lernbiologie, Physiologie, Neurologie und Pharmakologie. Der auf Verhaltenstherapie spezialisierte Tierarzt behandelt Tiere mit Verhaltensstörungen und Verhaltensproblemen. Als Verhaltensprobleme bezeichnet man eigentlich normale Verhaltensweisen wie Jagen, Bellen oder Angst vor Unbekanntem, die der Mensch im Zusammenleben mit dem Tier als störend empfindet. Bei einer echten Verhaltensstörung wie zwanghaftem Schwanzjagen oder massiver generalisierter Angst ist das erkrankte Tier so beeinträchtigt, dass es kein Normalverhalten mehr zeigen kann.

Die häufigsten Ursachen für Verhaltensauffälligkeiten sind ungünstige Haltungsbedingungen und Kommunikationsprobleme zwischen Mensch und Tier. Auch körperliche Erkrankungen wie chronische Schmerzprobleme und genetische Ursachen können Veränderungen im Verhalten auslösen.

Verhaltensprobleme belasten die Beziehung von Tier und Besitzer schwer. Sie verhindern ein entspanntes Zusammenleben, schränken den Alltag oft stark ein und lösen soziale Spannungen mit Mitmenschen aus. Störendes oder krankhaftes Verhalten ist ein erheblicher Stressfaktor für Mensch, Tier und die gesamte Umwelt.

Eine Verhaltenstherapie beginnt mit einem Vorstellungsgespräch, in dem der Tierbesitzer dem Tierarzt ausführlich die Entstehung des Problems schildert. Der Tierarzt befragt den Besitzer genau zu den Lebensumständen des Tieres, der Herkunft und Aufzucht und ermittelt mögliche organische Ursachen. In typischen Alltags- und den speziellen Problemsituationen beobachtet der Tierarzt das Verhalten des Patienten. Mit diesen Informationen stellt der Tierarzt die Diagnose.

Eine genaue Diagnose ist die Grundlage für einen abgestuften Therapieplan, der in enger Zusammenarbeit mit dem Besitzer schrittweise umgesetzt wird. Im Unterschied zum reinen Gehorsamkeitstraining etwa über „Sitz“ und „Platz“ werden in der Verhaltenstherapie die Gefühle und Reaktionen des Tieres durch spezielle verhaltenstherapeutische Techniken verändert.

Häufig ist es sinnvoll, die notwendigen Lernschritte in Einzeltrainingsstunden mit dem Besitzer und seinem Tier zu üben. In den meisten Fällen lässt sich eine etwa 80prozentige Verbesserung des Problemverhaltens erreichen. Der Besitzer lernt im Verlauf der Therapie, sein Tier besser zu verstehen, Problemsituationen geschickt zu lösen und anstelle des störenden Verhaltens mit dem Tier ein entspanntes Alternativverhalten zu trainieren.

Eine Verhaltenstherapie dauert mehrere Monate. Einige Maßnahmen müssen unter Umständen jahre- oder lebenslang beibehalten werden. In der Anfangszeit betreut der Tierarzt den Besitzer und sein Tier solange intensiv, bis der Besitzer die Verhaltenstherapietechniken allein umsetzen kann. Der Behandlungserfolg hängt entscheidend davon ab, wie gut der Besitzer diese Maßnahmen in seinen Alltag einfügt.